Hochschulstadt Düsseldorf
FH Düsseldorf: Von der Fachhochschule zur Hochschule Düsseldorf
Wer heute nach der „FH Düsseldorf“ sucht, sucht eine Hochschule, die es unter diesem Namen offiziell nicht mehr gibt und die doch lebendiger ist denn je: Seit Mai 2015 firmiert die frühere Fachhochschule als Hochschule Düsseldorf, kurz HSD. Mit rund 10.000 Studierenden in sieben Fachbereichen gehört sie zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen und prägt mit ihrem Campus in Derendorf ein ganzes Stadtviertel. Dieser Artikel erzählt die Geschichte der FH, zeigt ihre alten und neuen Standorte und erklärt, was den Campus heute ausmacht, vom Erinnerungsort Alter Schlachthof bis zum studentischen Leben zwischen Mensa und Altstadt.
Hinweis: Diese Seite bündelt auch Informationen, die früher auf den Internetseiten des AStA der FH Düsseldorf zu finden waren, etwa zu Referaten, Semesterticket und Campusleben.
Gegründet 1971: Die Geschichte der Fachhochschule Düsseldorf
Die Fachhochschule Düsseldorf entstand am 1. August 1971, als das Land Nordrhein-Westfalen mehrere traditionsreiche Vorgängereinrichtungen zusammenführte, darunter die Peter-Behrens-Werkkunstschule und Düsseldorfer Ingenieurschulen. Damit reicht die Ausbildungstradition der Hochschule deutlich weiter zurück als ihr Gründungsjahr: Die Werkkunstschule, benannt nach dem Architekten und Gestalter Peter Behrens, zählte zu den prägenden Design-Ausbildungsstätten der Nachkriegszeit und verband die junge FH von Beginn an mit der Kunst- und Gestaltungstradition der Stadt, die bis heute die Kunst- und Kulturszene Düsseldorfs prägt.
Zum 1. Mai 2015 legte die Hochschule den Namen „Fachhochschule“ ab und heißt seitdem Hochschule Düsseldorf. Im Alltag, in Erinnerungen von Absolventinnen und Absolventen und in unzähligen älteren Verweisen lebt der Name „FH Düsseldorf“ aber weiter, weshalb beide Bezeichnungen bis heute nebeneinander existieren.
Alte Standorte: Golzheim und Bilk
Über vier Jahrzehnte war die FH Düsseldorf auf mehrere Standorte verteilt. Die gestalterischen und sozialwissenschaftlichen Fachbereiche sowie der AStA saßen lange an der Georg-Glock-Straße in Golzheim, in unmittelbarer Nähe von Rhein, Nordpark und Messe. Wer dort studierte, hatte die grünen Oasen der Stadt direkt vor der Tür, vom Japanischen Garten bis zu den Rheinwiesen.
Die technischen Fachbereiche lehrten dagegen an der Universitätsstraße in Bilk, Tür an Tür mit der Heinrich-Heine-Universität. Diese Zweiteilung prägte Generationen von Studierenden, die zwischen Nord und Süd der Stadt pendelten, und machte den Wunsch nach einem gemeinsamen Campus über Jahre zum wichtigsten hochschulpolitischen Thema.
Campus Derendorf: Ein neues Stück Stadt
Seit 2015 sind alle Fachbereiche am neu gebauten Campus Derendorf an der Münsterstraße 156 vereint. Auf dem Gelände des ehemaligen Schlacht- und Viehhofs entstand ein zusammenhängendes Hochschulquartier mit Hörsaalgebäuden, Laboren, Bibliothek und Mensa, eines der größten Hochschulbauprojekte Nordrhein-Westfalens. Die klare, backsteingeprägte Architektur des Campus zitiert die industrielle Vergangenheit des Ortes und reiht sich ein in die spannende Architekturlandschaft Düsseldorfs zwischen Gründerzeit und Medienhafen.
Das Viertel profitiert spürbar von der Hochschule: Rund um Münsterstraße und Rather Straße haben Cafés und Läden eröffnet, und das benachbarte Pempelfort mit der Nordstraße, einer der beliebtesten Einkaufsstraßen der Stadt, ist zu Fuß erreichbar.
Erinnerungsort Alter Schlachthof
Der Campus Derendorf trägt eine besondere historische Verantwortung: Vom benachbarten Güterbahnhof Derendorf wurden zwischen 1941 und 1944 mehr als 6.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Düsseldorf und dem Umland in Ghettos und Vernichtungslager deportiert. Der Schlachthof diente dabei als Sammelstelle. An diese Verbrechen erinnert seit 2016 der Erinnerungsort Alter Schlachthof, eine Gedenk- und Bildungsstätte in der erhaltenen ehemaligen Großviehhalle mitten auf dem Campus.
Getragen von der Hochschule und mitentwickelt von Studierenden und Lehrenden, verbindet der Erinnerungsort Ausstellung, Forschung und Bildungsarbeit. Schon der AStA der FH begleitete das Projekt in seiner Entstehungszeit mit Veranstaltungen und Begleitprogrammen. Wer sich für die Geschichte Düsseldorfs interessiert, findet hier einen der wichtigsten Gedenkorte der Stadt; der Eintritt ist frei.
Studieren an der HSD: Sieben Fachbereiche
Die Hochschule Düsseldorf bietet praxisnahe Bachelor- und Masterstudiengänge in sieben Fachbereichen:
- Architektur und Design, gemeinsam als Peter Behrens School of Arts (PBSA)
- Elektro- und Informationstechnik
- Maschinenbau und Verfahrenstechnik
- Medien
- Sozial- und Kulturwissenschaften
- Wirtschaftswissenschaften
Besonders die Gestaltungs- und Medienstudiengänge stehen in enger Verbindung zur Kreativszene der Stadt, von Agenturen und Ateliers bis zu den großen Häusern wie K20 und Kunstpalast, die Studierende bei einem Rundgang durch die Museen Düsseldorfs günstig oder frei besuchen können.
AStA und studentisches Leben
Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ist die gewählte Interessenvertretung der Studierenden. Zu seinen Aufgaben gehören die Mitorganisation des Semestertickets für Bus und Bahn, Beratungsangebote und die Arbeit der Referate, etwa für politische Bildung, Kultur und Internationales. Legendär war am alten Standort das selbstverwaltete Café Freiraum, in dem das Referat „Café International“ mit Länderabenden, Konzerten und Flohmärkten Studierende aus aller Welt zusammenbrachte.
Gefeiert wird natürlich auch außerhalb des Campus: Die Altstadt mit der längsten Theke der Welt ist mit der Bahn nur wenige Minuten entfernt, und übers Jahr verteilt locken Feste und Events wie Rheinkirmes, Japan-Tag und Karneval. Wer nach der Vorlesung Hunger hat, findet rund um Campus und Nordstraße eine wachsende Auswahl an Restaurants und Cafés.
Anreise zum Campus Derendorf
Der Campus an der Münsterstraße 156 ist mit Straßenbahn und S-Bahn gut angebunden; vom Hauptbahnhof dauert die Fahrt nur wenige Minuten. Wer mit dem Auto kommt, sollte die Parkplatzsituation im dicht bebauten Derendorf nicht unterschätzen; unsere Übersicht zum Parken in Düsseldorf hilft bei der Planung. Auswärtige Gäste, etwa zu Erstsemesterbeginn oder Abschlussfeiern, finden in unserer Hotel-Übersicht Unterkünfte in allen Preisklassen.
Häufige Fragen zur FH Düsseldorf
Gibt es die FH Düsseldorf noch?
Ja, aber unter neuem Namen: Die Fachhochschule Düsseldorf heißt seit dem 1. Mai 2015 Hochschule Düsseldorf (HSD). Studiengänge, Fachbereiche und Abschlüsse bestehen fort, nur die Bezeichnung hat sich geändert.
Wo befindet sich der Campus der Hochschule Düsseldorf?
Seit 2015 sind alle Fachbereiche am Campus Derendorf an der Münsterstraße 156 vereint. Zuvor war die FH Düsseldorf auf mehrere Standorte verteilt, vor allem in Golzheim (Georg-Glock-Straße) und in Bilk an der Universitätsstraße.
Was ist der Erinnerungsort Alter Schlachthof?
Der Erinnerungsort Alter Schlachthof ist eine Gedenk- und Bildungsstätte auf dem Campus Derendorf. Vom benachbarten Güterbahnhof Derendorf wurden zwischen 1941 und 1944 mehr als 6.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder deportiert. Der Erinnerungsort in der ehemaligen Großviehhalle dokumentiert diese Geschichte.
Welche Fachbereiche hat die Hochschule Düsseldorf?
Die HSD gliedert sich in sieben Fachbereiche: Architektur und Design (gemeinsam als Peter Behrens School of Arts), Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Medien, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften.
Was macht der AStA der Hochschule Düsseldorf?
Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) vertritt die Interessen der Studierenden, organisiert das Semesterticket mit, betreibt Referate etwa für politische Bildung, Kultur und Internationales und veranstaltet Feste, Vorträge und Beratungsangebote auf dem Campus.