7 Spezialitäten und wo man sie bekommt
Düsseldorfer Spezialitäten
Düsseldorfs Küche ist rheinisch, deftig und dreht sich um zwei Dinge: das obergärige Altbier und den scharfen Senf. Aus beidem entstehen Gerichte, die es so nur hier gibt, vom Senfrostbraten bis zum Halve Hahn, der trotz seines Namens ein Käsebrötchen ist. Diese Übersicht erklärt jede Spezialität und nennt das Lokal, in dem man sie am ehesten richtig bekommt.
Inhalt
Altbier
Obergäriges, dunkles Bier, das in Düsseldorf im 0,25-Liter-Rundglas ausgeschenkt wird.
Altbier ist keine Beilage, sondern der Ausgangspunkt. Der Name kommt von der alten, obergärigen Brauart, die in Düsseldorf gehalten wurde, während sich anderswo das untergärige Pils durchsetzte. Serviert wird es kühl, aber nicht kalt, in kleinen zylindrischen Gläsern, damit es frisch bleibt. In den Hausbrauereien zapfen die Köbesse, die Kellner im blauen Kittel, direkt aus dem Fass und stellen unaufgefordert nach. Wer genug hat, legt den Bierdeckel auf das Glas.
Wo probieren
- Uerige - das herbste der vier großen Hausbrauereien
- Brauerei zum Schlüssel - ausgewogen und mild, mitten auf der Bolkerstraße
- Brauerei im Füchschen - süffig, mit der bekanntesten Haxe der Stadt
- Brauerei Schumacher - die älteste noch bestehende Altbier-Brauerei Düsseldorfs
Senfrostbraten
Rindersteak unter einer dicken Kruste aus Düsseldorfer Senf, kurz gebraten oder überbacken.
Der Senfrostbraten ist das Gericht, an dem sich die Brauhäuser messen lassen. Ein Stück Rind wird mit einer kräftigen Schicht scharfen Düsseldorfer Senfs bestrichen und so gegart, dass der Senf eine Kruste bildet und seine Schärfe verliert, ohne fad zu werden. Dazu kommen meist Bratkartoffeln und Röstzwiebeln. Das Gericht verbindet die beiden Dinge, für die die Stadt kulinarisch steht: das Bier und den Senf. Wer wissen will, ob ein Brauhaus seine Küche ernst nimmt, bestellt genau das.
Wo probieren
- Brauerei zum Schlüssel - rheinische Klassiker in großen Portionen
- Brauerei Kürzer - die jüngste der Altstadt-Brauereien
- En de Canon - rheinische Küche etwas abseits des Altstadttrubels
Halve Hahn
Ein Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe mittelaltem Gouda, Butter, Senf und Zwiebelringen.
Der Name führt Auswärtige zuverlässig in die Irre: Ein halbes Hähnchen kommt nicht. Der Halve Hahn ist ein Käsebrötchen, und zwar das rheinische Standardgericht zum Bier. Dazu gehören Butter, ein Klecks Senf, Zwiebelringe und oft ein wenig Paprikapulver. Es ist die Bestellung für den kleinen Hunger zwischen zwei Altbier, günstig, schnell und in praktisch jedem Brauhaus zu haben. Über die Herkunft des Namens gibt es mehrere Erzählungen, keine davon ist belegt.
Wo probieren
- Uerige - Schnittchen und Kleinigkeiten gehören hier zum Kern der Karte
- Brauerei zum Schlüssel - Klassiker in der Brauhaus-Grundausstattung
Reibekuchen
In Fett ausgebackene Kartoffelpuffer, klassisch mit Apfelmus oder Rübenkraut.
Reibekuchen sind rheinisches Straßenessen. Geriebene Kartoffeln, Zwiebel, Ei und etwas Mehl werden flach ausgebacken, bis die Ränder knusprig sind. Dazu isst man süß Apfelmus oder herzhaft Rübenkraut, den dunklen Zuckerrübensirup der Region. Am häufigsten trifft man sie im Winter auf den Weihnachtsmärkten und ganzjährig in Brauhäusern, wo sie als Beilage oder als eigenes Gericht auf der Karte stehen. Der Geruch nach ausgebackenen Reibekuchen gehört zur Düsseldorfer Altstadt im Advent dazu wie der Glühwein.
Wo probieren
- Brauerei im Füchschen - deftige Brauhausküche mit rheinischen Beilagen
- Brauerei Schumacher - Stammhaus-Küche an der Oststraße
Killepitsch
Dunkelroter Kräuterlikör aus Düsseldorf, hochprozentig und stark gesüßt.
Killepitsch ist der Kurze, mit dem die Altstadt ihre Abende gliedert. Der Kräuterlikör wird in Düsseldorf hergestellt, ist dunkelrot, deutlich süßer als ein Magenbitter und kräftiger als die meisten Kräuterschnäpse. Getrunken wird er eiskalt und im Stehen. Die bekannteste Adresse ist die Straßentheke von Et Kabüffke an der Flinger Straße 1, wo man den Killepitsch direkt am Fenster gereicht bekommt, ohne das Lokal zu betreten. Als Mitbringsel gibt es ihn in Flaschen in praktisch jedem Souvenirgeschäft der Altstadt.
Wo probieren
Et Kabüffke, Flinger Straße 1, direkt an der Altstadt-Hauptachse.
Düsseldorfer Senf
Scharfer, körniger Senf, im Rheinland traditionell Mostert genannt.
Der Düsseldorfer Senf, im Dialekt Mostert, ist deutlich schärfer und würziger als milder Tafelsenf und wird traditionell im Steinguttopf verkauft. Er ist nicht nur Beilage, sondern Zutat: Ohne ihn gäbe es weder den Senfrostbraten noch den richtigen Halve Hahn. Die Senfherstellung hat in der Stadt eine lange Tradition, und die Steintöpfe mit dem Düsseldorfer Senf gehören zu den wenigen Souvenirs, die auch zu Hause noch benutzt werden. Wer die Schärfe unterschätzt, merkt es beim ersten Löffel.
Wo probieren
Im Handel und in den Souvenirläden der Altstadt, klassisch im Steinguttopf.
Himmel un Ääd
Kartoffelpüree mit Apfelmus und gebratener Blutwurst.
Himmel un Ääd, Himmel und Erde, ist das rheinische Gericht mit dem schönsten Namen: Der Himmel sind die Äpfel am Baum, die Erde die Kartoffeln darunter. Kartoffelpüree und Apfelmus werden zusammen serviert, dazu kommt gebratene Blutwurst und meist geröstete Zwiebel. Die Mischung aus süß, säuerlich und deftig ist gewöhnungsbedürftig und für viele genau deshalb das Gericht, an das sie sich erinnern. In den Brauhäusern steht es fast immer auf der Karte.
Wo probieren
- Brauerei zum Schlüssel - Himmel un Ääd gehört hier zum festen Repertoire
- En de Canon - rheinische Küche mit Ruhe zum Essen
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Häufige Fragen zu Düsseldorfer Spezialitäten
Was muss man in Düsseldorf unbedingt essen?
Den Senfrostbraten und einen Halve Hahn, beides zum Altbier. Dazu Reibekuchen mit Apfelmus oder Rübenkraut und, wenn man deftig mag, Himmel un Ääd. Zum Abschluss gehört ein Killepitsch, der Düsseldorfer Kräuterlikör.
Was ist ein Halve Hahn?
Ein Roggenbrötchen mit einer dicken Scheibe mittelaltem Gouda, dazu Butter, Senf und Zwiebelringe. Trotz des Namens kommt kein Hähnchen. Es ist das rheinische Standardgericht zum Bier und in praktisch jedem Brauhaus zu bekommen.
Was ist Killepitsch?
Ein dunkelroter Kräuterlikör aus Düsseldorf, hochprozentig und süß. Getrunken wird er eiskalt als Kurzer. Die bekannteste Adresse ist die Straßentheke von Et Kabüffke an der Flinger Straße 1 in der Altstadt.
Was ist der Unterschied zwischen Altbier und Kölsch?
Beide sind obergärig, aber Altbier ist dunkel, malziger und herber, Kölsch hell und schlanker. Altbier kommt in Düsseldorf im 0,25-Liter-Rundglas, Kölsch in Köln in der schmalen 0,2-Liter-Stange. Die Rivalität zwischen beiden Städten wird über diese beiden Gläser ausgetragen.
Was ist Düsseldorfer Mostert?
Mostert ist der rheinische Name für Senf. Der Düsseldorfer Senf ist deutlich schärfer als milder Tafelsenf, körnig und wird traditionell im Steinguttopf verkauft. Er ist die Grundlage des Senfrostbratens.
Wo probiert man Düsseldorfer Spezialitäten am besten?
In den vier Altstadt-Hausbrauereien Uerige, Schlüssel, Füchschen und Schumacher, die alle sowohl das eigene Altbier als auch die rheinische Küche führen. Wer es ruhiger mag, weicht auf Lokale außerhalb der Bolkerstraße aus.